Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten (die
Nachtzugreise ersetzt eben doch nicht eine normale Nacht) machten wir uns
langsam daran, uns für den Tag startklar zu machen. Heute stand für uns noch
das ägyptische Museum auf dem Plan, das laut Internet auch bis um 19 Uhr offen
hat. Da wir genug Zeit hatten gingen wir mittags noch ins relativ berühmte Café
Groppi, um dort etwas zu essen. Da sie fast nur Süßes verkaufen, gab es als
einzige deftige Alternative ein Käsesandwich, was sich als längliche, süße
Riesensemmel mit Käse herausstellte, die aber schmackhaft und vor allem
sättigend war. Außerdem genossen wir Baklawa und eine andere Süßspeise, die wir
leider nicht benennen können, sowie frischen Mangosaft und (leider gewürzten)
türkischen Kaffee. Nach der kleinen Stärkung entgingen wir erfolgreich einem
Ägypter, der uns versuchte einen anderen Weg zum Museum zu zeigen und uns mit
einem Tee in sein Geschäft zu locken. Da wir diesmal aber den Weg vorher
rausgesucht hatten, ließen wir uns nicht in die Irre führen und liefen zum
Tahrirplatz, wo der Schwaig ein Busticket nach Dahab kaufen wollte. Unterwegs
trafen wir (mal wieder) einen wirklich sehr netten Ägypter mit ausgezeichnetem
Englisch, der uns zum Busschalter begleitete und uns auf arabisch half (wirklich
unentgeltlich!) ein Busticket zu kaufen. Er erzählte uns unterwegs, dass er im
Museum von Cairo bei den Tiermumien arbeitet und erklärte uns, dass er gerade
Mittagspause habe, da das Museum mittags schließt. Das hatten wir im Internet
nicht gelesen, waren aber umso dankbarer für die Information und gingen daher
mit ihm gemeinsam in ein kleines Café in einer Gasse und luden ihn auf einen
Tee ein. Wir hatten ein sehr interessantes Gespräch mit ihm und er erklärte uns
einige interessante Dinge über die altägyptische Kultur, da er angab einen
Doktortitel in Ägyptologie und Mumifizierung zu haben. Da er sich auch wirklich
gut auskannte, z.B. über die europäischen Standorte der geklauten Kulturgüter
glaubten wir ihm dies dann auch wirklich. Irgendwie kamen wir dann auch über
Papyrus ins Gespräch und wir fragten ihn, wo man denn tatsächlich echte Papyri
kaufen könnte, die kein Tourismusquatsch wären. Er kannte einen Laden um die
Ecke, der ‚Government controlled’ wäre und wo es echtes Papyrus gäbe. Wir können
leider nicht beurteilen, ob es echtes Papyrus war, aber wir kauften trotzdem
mal zwei Blätter und wurden irgendwie noch zu einem kleinen Gemälde überredet.
![]() |
| Das Ägyptische Museum von außen |
Dann ging es weiter zum Museum, wo sich unser netter Herr verabschiedete, weil
wir vorne durch den Besuchereingang reingehen müssten und er hinten. Wir
könnten ihn ja im Museum besuchen. Das Museum ist ein riesiger Haufen
altertümlicher Schätze, mit einer groben Ordnung und wenig erklärenden Worten.
Es ist schon sehr beeindruckend, auch wenn es bei Weitem nicht sein volles
Potential entfaltet. Sehr schade. Am Eingang musste man auch tatsächlich seine
Photokamera abgegeben und es halfen auch keine guten Worte und Versprechungen.
Schweren Herzens gaben wir also unsere gute Kamera dort ab und schlenderten dann
mehr oder weniger gezielt durch das Museum. Wir waren grade dabei die
Grabbeigaben vom Grab des Sennodjem aus dem Tal der Arbeiter zu studieren, als
wir erfuhren, dass das Museum doch schon um 16:30 zumacht und wir jetzt raus
müssten. Sehr schade, und leider hatten wir dann auch keine Zeit mehr in der
Abteilung für die Tiermumien vorbeizuschauen. Mich würde ja schon sehr
interessieren, ob der nette ältere Mann wirklich dort gearbeitet hat oder ob
wir mal wieder zu vertrauensselig und einem ‚Shopanwerber’ in die Hände
gefallen waren. Beim Ticketkauf war er sehr ehrlich und sein Wissen über das alte Ägypten klang auf den ersten Blick nicht erfunden, aber im Bezug auf das Museum und die Zeiten hat er auf jeden Fall ein wenig geschwindelt. Wir mochten ihn wirklich sehr.
Gut, der Zeitpunkt von Philines Abreise rückte leider näher,
also zurück zum Hotel und Reisevorbereitungen getroffen. Dann waren wir noch
mal ein hervorragendes Abendessen im Felfela genießen und schließlich ging es
dann los zum Flughafen. Für 50 Pfund bekamen wir tatsächlich vom ersten
Taxifahrer ein anständiges Angebot, da verhandelten wir gar nicht lange. Leider
gibt es am Flughafen Cairo keinen wirklichen Check-In Bereich und nur die
Fluggäste dürfen das erste Tor passieren. Das wussten wir zuerst nicht und ehe
wir uns umsahen, war die Philine im Flughafen und durfte nicht mehr raus,
während der Schwaig davorstand und nicht rein durfte. Also musste die
Verabschiedung per SMS erfolgen, was natürlich auch nicht so das wahre ist.
Anschließend fuhr der Schwaig zurück in die Stadt und somit
endet der erste Teil dieser Reise.
![]() |
| Zu den meisten Objekten gibt es leider keine geschriebenen Informationen |


Man sollte auch noch erwähnen, dass es diese Mittagspause mit der Schließung des Museums überhaupt nicht gab. Und unser "Ägyptologiedoktor" hat uns auch noch Touristenquatsch mit einer offensichtlich falschen Übersetzung von Hyroglyphen geschenkt. Daher bin ich leider nach wie vor der Meinung, dass der Mann (obwohl er nett war und von ein paar Sachen Ahnung hatte) nicht in dem Museum arbeitet.
AntwortenLöschen