Freitag, 31. Oktober 2014

Ramesseum

Versuchsfläche 1a in Luxor
(derzeit die einzige unseres Projektes)
Da wir heute Freitag haben und der Freitag ja für den Islam wie der Sonntag für Christen ist, haben wir heute nur wenig gearbeitet und waren nur vormittags auf den Versuchsflächen tätig. Das ist natürlich ungünstig, weil wir alleine für den Hin- und Rückweg jeweils fast eine halbe Stunde brauchen, aber immerhin hatten wir so den Nachmittag zur freien Verfügung.
Wir beschlossen also nach dem Mittagessen zur Westseite von Luxor überzusetzen und uns das alte Theben (wie schon in diesem Blog bereits berichtet) genauer anzusehen. Da Sebastian und Jens da einige Highlights noch gar nicht kannten, wollten sich die Beiden das Tal der Arbeiter und den Tempel der Hatshepsut ansehen. Ich wiederum kannte diese beiden Anlagen bereits und kaufte mir stattdessen lieber ein Ticket für das Ramesseum, den Totentempel des Ramses II., der auch von vielen Quellen empfohlen wird.
Das Ramesseum ist ein recht großer, nicht mehr allzu gut erhaltener Tempel nach Vorbild des Standardtempelschemas aus dem neueren Königreich. Der gesamte Tempelbezirk war insgesamt verhältnismäßig groß, weil er neben dem eigentlich Tempel noch sehr große Kornspeicheranlagen  (Grundfläche der Speicher: 8300 m^2) und andere Profanbauten enthielt.
Besonders beeindruckend sind die Reste einer Kolossalstatue des Ramses II. Sie gehört wohl zu den schwersten jemals von Menschenhand erschaffenen und transportierten Monolithen der Geschichte. Gesamthöhe war vermutlich 17,5 m, Schulterbreite um die 7m, das Ganze aus einem Felsblock gehauen!
Nach der Besichtigung statteten wir noch Klaus und dem Marsamhotel einen Besuch ab und beschlossen dort auch die exzellente Küche zu genießen. Letztendlich blieben wir dann aufgrund der Gemütlichkeit und des netten Gesprächs fast vier Stunden im gemütlichen Garten des Marsam, bevor wir uns wieder auf die Rückreise zum Ostufer machten.
Das größte Problem sind Lecks in der Wasserversorgung
Das Ramesseum


Die Reste der gigantischen Kolossalstatue des Ramses II.
(hinter mir der Kopf, rechts die Schultern erkennbar)

Die Säulenhalle

Darstellung mit Baum :)

Im Ramesseum gibt auch brauchbare Infotafeln.
Hier mal eine Rekonstruktion mit Farbe eines Wandreliefs. 
Hier das Original dazu
Ein bisschen Erklärung, wen es interessiert: Unterer Absatz

Und noch ein paar ... 
... Photos vom Sonnenuntergang ...
... ihr merkt schon ich steh auf Sonnenuntergänge ;)


Donnerstag, 30. Oktober 2014

Rückkehr nach Luxor

Zwischenzeitlich sind wir ohne besondere Vorkommnisse in Luxor angekommen und haben uns heute auch direkt zu den Versuchsflächen begeben. Dort sieht es leider nicht so toll aus, es gibt zahlreiche ungeflickte Lecks im Bewässerungssystem und weitere Probleme. In Reihe 4 sind fast alle Pflanzen abgestorben, dort sind wohl auch Probleme im Bewässerungssystem. Es sieht so aus als müssten sich unsere ägyptischen Bewässerungsstudenten die nächsten Tage ausschließlich um Reparaturen bemühen, während Sebastian und ich dann alleine die Datenaufnahme machen müssen. Diese dürfte aber durch die viele Pflanzenausfälle etwas weniger umfangreich sein. Wir werden sehen.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Wieder in Kairo

So, zur Zeit verbringen wir ja ein bisschen Freizeit in Al-Qahira, oder auch Kairo genannt.
Ich werde es ein bisschen kürzer zusammensummieren, dafür habe ich aber auch wieder ein paar nette Photos im Gepäck.
Also gestern war eher so ein ruhiger Tag und vormittags sind wir nicht in die Stadt rausgekommen. Wir wohnen ja zur Zeit im "Dahab Hostel", ich weiß nicht ob ich das schon erwähnt habe, auf jeden Fall ist das ein sehr nettes Backpacker-Hostel in Kairo Downtown, im siebten und letzten Stockwerk eines Gebäudes in der Nähe das Talaat-Harb-Platzes gelegen. Da ist es sehr gemütlich und dementsprechend haben wir dort ein bisschen auf dem Dach rumgehangen. Später am Tage sind wir doch noch raus gegangen und haben eine Zeit lang den alten Basar besucht, wo es sehr viel Ramsch, aber auch einige sehr tolle Handarbeitsläden zu bestaunen gibt. Nach einiger Zeit des Rumschlenderns mussten wir uns dann mit unserem Kollegen Achmed am Bahnhof treffen, um die Fahrt nach Luxor zu organisieren und die Tickets zu kaufen. Auch mit seiner Hilfe wollten sie uns jedoch keine Zugtickets für den normalen Zug verkaufen und haben uns an den Schalter für den Luxusnachtzug verwiesen (100 $ pro Ticket). Das war uns natürlich zu teuer und wir schwenkten auf den normalen Bus um. Nachdem das Logistische erledigt war begaben wir uns noch auf eine Bootsfahrt auf dem Nil, leider aber aufgrund ungünstigen Windes nicht mit einer original Feluka sondern mit einem riesigen Motorboot. Von diesem Tag habe ich leider keine Photos.
Heute haben wir zunächst unser Gepäck umarrangiert, damit wir eine Tasche weniger mit nach Luxor schleppen müssen. Die können wir für 5 Pfund pro Tag im Hostel lassen.
Unser erster Stopp auf der Moscheen-Tour
Im Anschluss haben wir eine Art Moscheentour durch die Kairoer Altstadt gemacht. Wir sind in Richtung Al-Azhar-Moschee gefahren und dann zu Fuß dorthin gegangen. Auf den Weg dorthin sind wir noch über eine andere sehr nette Moschee gestolpert, die wir uns spontan angesehen haben. Dort hatten wir auch die Möglichkeit für ein kleines Bakshish auf das Minarett zu steigen, von welchem aus man einen hervorragenden Blick über die Kairoer Altstadt hat.
Weiter ging es dann wirklich zur Al-Azhar-Moschee. Das Schöne ist, dass es bei fast allen Moscheen gar kein Problem ist diese zu besichtigen, sofern man natürlich die Schuhe auszieht und ausreichend Kleidung an hat. Aber es kostet in der Regel auch für Touristen keinen Eintritt, wobei es auch Ausnahmen gibt.
Von der Al-Azhar-Moschee wollten wir dann weiter in Richtung Sultan-Hassan-Moschee. Wir beschlossen, grob den 'direkten' Weg durch ein Gassenlabyrinth zu nehmen. Dort hat sich wohl selten jemals ein Tourist hinverirrt, so wie die Leute geschaut haben, aber auch dort gab es eine nette Werkstätten von Handwerkern und dergleichen. Obwohl wir nicht so recht wussten wo wir genau hinliefen, da wir ständig die Richtung im Gassengewirr wechseln mussten, fanden wir doch irgendwann wieder aus dem Viertel hervor und stießen zufällig auf eine weitere Moschee, die wir natürlich prompt besichtigten (Leider hatte ich den Reiseführer nicht dabei und kann deshalb die Namen der Moscheen nicht angeben). Von dort gab es dann einen Zugang in das Basarviertel, aber in einen Teil, der eher nicht von Touristen frequentiert wird. Das war uns natürlich umso mehr recht und wir schlenderten die Gassen mit tollen Stoffprodukten entlang, während wir uns der Sultan-Hassan-Moschee näherten. Schließlich dort angelangt, suchten wir zunächst den Eingang. Das Gelände ist komplett umzäunt und man muss dort auch einen Eintritt zahlen. Auf dem Gelände befinden sich dafür aber auch zwei Moscheen die man beide besichtigen kann, die bereits erwähnte Sultan-Hassan-Moschee und die Er-Rifai-Moschee. Beide waren zwar in ihrer Größe sehr beeindruckend, aber ansonsten habe ich durchaus auch schon schönere oder stilvollere Moscheen hier gesehen.
Nach der Besichtigung der Moscheen schlenderten wir noch mal eine Weile durch die Gassen und schließlich ging es wieder Richtung Hostel wo wir nun die Zeit bis zur Abreise verbringen. Um 22:30 geht es dann mit dem Nachtbus nach Luxor.

Dieser Minarett kann man betreten

Kairo Altstadt

Blick auf die Zitadelle


Tor einer Moschee

Das Doppelminarett der Al-Azhar-Moschee


So Moscheen sind schon sehr gemütlich, da kann man auch mal eine Weile abhängen.



Eine Gemüsemarkt


Handgemalte Propaganda

Eine kleine Metallwerkstatt

Teils moderne, teils klassische Stickmotive

Blick von Sultan-Hassan-Moschee auf die Zitadelle

Die Alabastermoschee auf der Zitadelle

Sultan-Hassan-Moschee



Eine Zeltwerkstatt. Dieses Modell in groß (5x5m) kostet
1500 Pfund (erster genannter Preis, also vermutlich noch weitaus weniger)

Mehr Patchworkstoffe, sehen echt superschön aus.

Abendstimmung

Das abendliche Gebet


Montag, 27. Oktober 2014

Grüner Passierschein A 38

Heute vormittag haben sich der Jens und ich den ganz besonderen Spaß gegönnt, unsere Visa verlängern zu lassen (also den Antrag dafür haben wir schon gestern eingereicht, muss man dazu sagen). Das Verfahren funktioniert folgendermaßen: Man geht zur sogenannten Mogamma, ein riesiges Gebäude mit 18.000 Angestellten das nach dem Prinzip 'Grüner Passierschein A 38' aufgebaut ist (siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Mogamma) und holt sich zunächst ein Formular. Wer weiß wo ist klar im Vorteil, glücklicherweise hatten wir schon alle Insiderinformationen von Sebastian bekommen. Außerdem braucht man noch Kopien vom Reisepass und ein Passfoto. Dann füllt man das Formular aus und versucht es zusammen mit den Kopien und dem Passfoto an einem speziellen Schalter abzugeben. Dann wird einem dort gesagt, wie viel Bearbeitungsgebühr man entrichten muss. Zur Entrichtung dieser Gebühr benutzt man aber kein Geld, das wäre nämlich viel zu einfach, sondern man geht zu einem weiteren Schalter am anderen Ende der Abteilung, wo man sich briefmarkenähnliche Papierlappen kaufen kann und mithilfe dieser kann man es dann nochmal beim ersten Schalter probieren, was bei uns auch geklappt hat. Unsere Marken hatten einen Wert von 12 Pfund, teuer war es also nicht. Der Antrag wird dann bis zum nächsten Tag bearbeitet. Diesen ganzen Spaß haben wir gestern schon erledigt. Man kriegt dann noch für den folgenden Tag einen Termin genannt, an dem man wieder kommen soll.
Also gingen wir heute um 9:00 Uhr erneut in das schöne Gebäude und wühlten uns durch die Massen zum entsprechenden Schalter. Dort mussten wir dann unseren Reisepass für '2 Stunden' abgeben und beim Wiederabholen wäre dann das Verfahren abgeschlossen. Gesagt, getan. Ich muss sagen, so ganz ohne Reisepass fühlt man sich schon ein bisschen nackt in Ägypten, aber es war ja nur für eine kurze Zeit. Wir nutzten diese für eine Kurzvisite im Ägyptischen Museum, über die ich jetzt keine weiteren Worte verlieren möchte, das Thema wurde ja schon beschrieben.
Um 11 Uhr waren die Pässe dann leider doch noch nicht fertig, wir wurden auf 13 Uhr vertröstet. Wir nahmen es locker, bisher hatte ja alles erstaunlich gut funktioniert und auch das mein Visum schon 2 Tage abgelaufen war hatte niemanden gestört, glücklicherweise.
Um 13 Uhr war dann schon eine erhebliche Menschenmenge am Schalter versammelt. Wir gesellten uns dazu und versuchten die über die Köpfe der Menschen gehaltenen Anträge auf unsere abzusuchen. Als durchschnittlicher Europäer ist man ja da ein bisschen größer als viele andere Menschen und hat hier einen klaren Vorteil ;). Mein Antrag tauchte auch ziemlich schnell auf, nur auf Jens Pass mussten wir dann noch fast eine Stunde warten.
Gesamturteil: Am Anfang etwas chaotisch und verwirrend, insgesamt aber fast ein schnelleres Verfahren als auf vielen deutschen Behörden. Hier zahlt sich die hohe (Wo)Manpower vielleicht aus.

Ansonsten möchte ich noch kurz erwähnen, dass heute und gestern der bereits erwähnte Workshop in Kairo war. Er bestand aus leider für uns Studenten zumeist nur mäßig interessanten Vorträgen, weil uns die meisten Themen schon bekannt waren. Den heutigen Vormittag verpassten wir durch die Visumsgeschichte völlig, am Nachmittag gab es noch eine kurze, eher wenig produktive weil auf Kleinkram rumreitende Abschlussdiskussion und ein paar Photos. Auf denen sind wir immerhin auch drauf ;) (Infos zum Workshop evtl hier).
Damit ist der Workshop für uns beendet und die nächste Etappe wäre dann die Versuchsfläche in Luxor. Aufgrund einiger Unklarheiten über die Logistik vor Ort und das Gesamtteam (also wer uns noch begleiten soll) fahren wir noch nicht sofort dort hin sondern verbringen noch ein zwei Tage entspannt in Kairo.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Workshop

Zur Zeit nehmen wir ja an dem bereits erwähnten Workshop über das Forschungsprojekt, in das wir ja auch eingebunden sind, teil. Der Workshop soll zum Einen dazu dienen, über das Projekt zu informieren, das Image zu verbessern, Investoren zu begeistern etc. und zum Anderen den wissenschaftlichen Austausch über die gewonnenen Erkenntnisse fördern.
Der erste Tag dieses Workshops fand nach Plan unter anderem in Ismailia statt, wo wir dann auch direkt dazustießen, da wir ja schon vor Ort waren und nicht wie die anderen Teilnehmer mit Bussen aus Kairo anreisen mussten. Über die Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung habe ich ja bereits ein wenig berichtet.
Vorab muss gesagt werden, dass leider einiges nicht so lief wie es geplant war. Aber insgesamt war es doch ein - im wahrsten Sinne des Wortes - tolles Spektakel.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch einige unspektakuläre Reden von einigen wichtigen Leuten, die hauptsächlich aus a) Danksagungen, b) Beteuerungen wie toll es ist hier eingeladen worden zu sein oder c) Entschuldigungen des Vorgesetzten warum er nicht kommen konnte und stattdessen den Redner geschickt hat bestanden.
Richtig spannend wurde es dann, als Hany (der ja im Prinzip auch mein Boss ist) seine Präsentation gehalten hat, die sehr kritisch war und viele bisherige Probleme im Projekt und Ägypten allgemein angesprochen hat. Dieser Ansicht war sein Nachredner nicht, der dann sofort beteuerte, dass dies einen falschen Eindruck vermitteln würde und ja gar nicht so viele Fehler gemacht worden wären blablabla... auf jeden Fall hat er ordentlich zurückgerudert, war irgendwie typisch und zugleich witzig.
Nun ja, nach den Reden ging es für eine kurze Exkursion in den Wald in der Nähe des Partyzeltes, wo kurz die großen Potentiale der Wüstenaufforstung und die Probleme von schlechtem Management gezeigt wurden, was auch wirklich eindrucksvoll gelungen ist, wie ich finde. Im Anschluss hätte es Mittagessen geben sollen, leider waren aber nicht genug Portionen für alle Gäste vorhanden, was natürlich für erheblichen Unmut gesorgt hat. Außerdem verging natürlich viel Zeit, bis noch etwas zusätzliches Essen aufgetrieben werden konnte, was natürlich nicht gut für den Gesamtzeitplan war.
Weiter ging es dann mit den Bussen in Richtung der Versuchsfläche unserer Experimente, die noch kurz besichtigt werden sollten. Auf der Sandstraße dorthin blieb dann leider ein Bus im Sand stecken,  ein weiterer (von insgesamt dreien) blieb mit Getriebeschaden liegen. Also ging ein kleiner Teil der Leute zu Fuß weiter zu den Versuchsflächen. Dadurch dass wir in absehbarer Zeit eh nicht weiterfahren konnten hatten wir immerhin viel Zeit die Flächen ausgiebig zu besichtigen.
Interessant waren auch die Versuche, den feststeckenden Bus wieder frei zu bekommen.
Zunächst versuchte der Fahrer durch verschiedene Beschleunigungsintensitäten den Bus freizubekommen. Das führte natürlich dazu das der Bus noch tiefer einsackte. Als schließlich schon die Karosserie hinten auf dem Boden aufsaß, erkannte man, dass man so nicht weiterkommen würde. Also holte man einen Traktor um den Bus rauszuziehen, was leider von der Zugkraft nicht ausreichend war. Nächste Stufe der Problemlösung war ein Hilfegesuch an die nahegelegene Militärbasis, woraufhin auch prompt ein Jeep mit drei jungen Soldaten ankam und alles begutachtete. Kurz darauf fuhren sie wieder weg und holten eine Schaufel und ein paar Sandbleche für die Reifen (oder wie die Dinger auch heißen). Prinzipiell eine gute Idee und hätte vielleicht auch funktioniert, wenn nicht schon die Karosserie aufgesessen wäre. Also zogen die Soldaten nach einiger Zeit wieder ab. Als nächstes versuchte es man mit einem Radlader und siehe da: Erfolg! Der Bus konnte befreit werden. Die Sonne war schon längst untergegangen, der Tag neigte sich schon dem Ende zu und der Zeitplan schon lange war hoffnungslos gestorben. Der geplante Ausflug zum Sueskanal entfiel also und es ging direkt zurück nach Kairo, mit zwei Bussen, was aber platztechnisch auch kein Problem war da noch eine Menge weiterer Autos einige Teilnehmer mitnehmen konnte.
Für uns war es auf jeden Fall eine gute Möglichkeit ebenfalls kostenlos nach Kairo zu kommen, zum Einen weil ja dann Luxor unsere nächste Station sein würde und zum Anderen weil wir auch am weiteren Workshop, der in Kairo stattfinden würde, teilnehmen sollten.
Dazu demnächst vielleicht noch mehr.

Flaggen und Teppiche überall

Auch das Festzelt wurde noch mal ordentlich aufgemotzt
Wichtige Redner auf der Tagung ;)

Das ganze Komitee der Experten

Schließlich wurde es doch noch voll

Der Plantagenchef persönlich fährt den Trecker :) 


Freitag, 24. Oktober 2014

Last Minute

Heute Vormittag haben wir endlich unsere Messungen hier in Serabium / Ismailia abgeschlossen. Normales Arbeiten ist hier eh kaum noch möglich, weil die Vorbereitungen für den 'Workshop', der unter Anderem hier am Wochenende stattfinden soll, auf vollen Touren laufen. Wird wohl ein viel größeres Ding als ursprünglich angenommen, von bis zu 200 Besuchern ist die Rede.
Nun ja, und jetzt wird hier halt alles noch ganz schnell auf Vordermann gebracht, heute wurden spontan noch ein paar Wände gestrichen, seit gestern Abend steht ein recht großes Festzelt, auch der lang angekündigte Zaun, der unsere Experimente vor Verbiss durch Kamele und Schafe schützen soll, wurde noch stellenweise hochgezogen die Woche. Die Verantwortlichen sind alle ein bisschen am durchdrehen und es laufen lauter 'wichtige Leute' hier rum und machen ... nun ja .. sich wichtig.
Nun zum Workshop: Das scheint wohl so eine Art Übersicht über das gesamte Projekt der sicheren Abwassernutzung für Wüstenaufforstungen - in dem unsere Experimente ja auch nur ein Teil sind - zu sein und es werden wohl einige Politiker, Wissenschaftler und potentielle Investoren erwartet.
Der lang ersehnte Zaun um unsere Versuchsflächen
Prof. Mosandl, Prof. Stimm, Prof. Weber und Prof. Grams von der TU München werden wohl kommen, natürlich ist Hany El Kateb sowieso schon vor Ort, außerdem wohl auch eine Delegation deutscher / bayerischer Politiker, habe etwas von unserem Landwirtschafts- und Forstminister, Herrn Brunner , gehört. Außerdem natürlich ein ganzer Haufen wichtiger ägyptischer Politiker, Landwirtschaftsminister und 'Minister for Education' unter Anderem. Man darf gespannt sein.
Diesen ganzen Leuten soll dann natürlich ein positiver Eindruck vom Projekt und den damit verbundenen Möglichkeiten gegeben werden, auch sollen ein paar Probleme beleuchtet werden (aber vermutlich nicht alle, um niemanden zu verschrecken ;) ). Ich bin sehr gespannt.
Nun ja, heute Nachmittag war ich dann nochmal auf den Versuchsflächen unterwegs um von allen angepflanzten Baumarten ein paar Photos zu machen, außerdem wollten die anderen noch ein paar Mahagonipflanzen mit Stöcken abstützen, weil die sonst relativ schief wachsen und das bei so einer eher wertvollen Baumart ungünstig wäre. Auf den Weg zu den Flächen wurden wir dann von einer der Beduinenfamilien angehalten, die in der Nähe des Waldes wohnen. Sie wollten ein Kamel zum Tierarzt bringen und dementsprechend auf den Pickup aufladen und fragten, ob wir ihnen dabei helfen könnten, was wir natürlich nicht ablehnten. Insgesamt habe ich das ganz Prozedere nicht so recht verstanden, man hatte dem Kamel die Vorderbeine zusammengebunden, so dass es nicht aufstehen konnte, und dann wurde es mehr oder weniger in den Pickup hinein gehoben und geschoben. Warum man es nicht dorthin geführt, es dort zum Liegen gebracht und dann angebunden hat weiß ich nicht. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, obwohl das Kamel leider un ter der ganzen Aktion ziemlich gelitten hat, wie ich den Eindruck hatte. Es hat zumindest die ganze Zeit ganz furchtbare Laute von sich gegeben.
Nun ja, ich weiss noch nicht wann ich wieder zum Bloggen komme, es kann sein dass wir morgen Abend mit den anderen Workshop-Teilnehmer nach Kairo fahren und ich dann keine Zeit zum Bloggen habe. Mal sehen und bis bald!
Eines der Klärbecken



6 Jahre (!) alter Eukalyptusbestand


Das Festzelt (vermutlich morgen ohne Bierausschank ;))

Die Kamelverladung

Beduinenkinder