Freitag, 24. Oktober 2014

Last Minute

Heute Vormittag haben wir endlich unsere Messungen hier in Serabium / Ismailia abgeschlossen. Normales Arbeiten ist hier eh kaum noch möglich, weil die Vorbereitungen für den 'Workshop', der unter Anderem hier am Wochenende stattfinden soll, auf vollen Touren laufen. Wird wohl ein viel größeres Ding als ursprünglich angenommen, von bis zu 200 Besuchern ist die Rede.
Nun ja, und jetzt wird hier halt alles noch ganz schnell auf Vordermann gebracht, heute wurden spontan noch ein paar Wände gestrichen, seit gestern Abend steht ein recht großes Festzelt, auch der lang angekündigte Zaun, der unsere Experimente vor Verbiss durch Kamele und Schafe schützen soll, wurde noch stellenweise hochgezogen die Woche. Die Verantwortlichen sind alle ein bisschen am durchdrehen und es laufen lauter 'wichtige Leute' hier rum und machen ... nun ja .. sich wichtig.
Nun zum Workshop: Das scheint wohl so eine Art Übersicht über das gesamte Projekt der sicheren Abwassernutzung für Wüstenaufforstungen - in dem unsere Experimente ja auch nur ein Teil sind - zu sein und es werden wohl einige Politiker, Wissenschaftler und potentielle Investoren erwartet.
Der lang ersehnte Zaun um unsere Versuchsflächen
Prof. Mosandl, Prof. Stimm, Prof. Weber und Prof. Grams von der TU München werden wohl kommen, natürlich ist Hany El Kateb sowieso schon vor Ort, außerdem wohl auch eine Delegation deutscher / bayerischer Politiker, habe etwas von unserem Landwirtschafts- und Forstminister, Herrn Brunner , gehört. Außerdem natürlich ein ganzer Haufen wichtiger ägyptischer Politiker, Landwirtschaftsminister und 'Minister for Education' unter Anderem. Man darf gespannt sein.
Diesen ganzen Leuten soll dann natürlich ein positiver Eindruck vom Projekt und den damit verbundenen Möglichkeiten gegeben werden, auch sollen ein paar Probleme beleuchtet werden (aber vermutlich nicht alle, um niemanden zu verschrecken ;) ). Ich bin sehr gespannt.
Nun ja, heute Nachmittag war ich dann nochmal auf den Versuchsflächen unterwegs um von allen angepflanzten Baumarten ein paar Photos zu machen, außerdem wollten die anderen noch ein paar Mahagonipflanzen mit Stöcken abstützen, weil die sonst relativ schief wachsen und das bei so einer eher wertvollen Baumart ungünstig wäre. Auf den Weg zu den Flächen wurden wir dann von einer der Beduinenfamilien angehalten, die in der Nähe des Waldes wohnen. Sie wollten ein Kamel zum Tierarzt bringen und dementsprechend auf den Pickup aufladen und fragten, ob wir ihnen dabei helfen könnten, was wir natürlich nicht ablehnten. Insgesamt habe ich das ganz Prozedere nicht so recht verstanden, man hatte dem Kamel die Vorderbeine zusammengebunden, so dass es nicht aufstehen konnte, und dann wurde es mehr oder weniger in den Pickup hinein gehoben und geschoben. Warum man es nicht dorthin geführt, es dort zum Liegen gebracht und dann angebunden hat weiß ich nicht. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, obwohl das Kamel leider un ter der ganzen Aktion ziemlich gelitten hat, wie ich den Eindruck hatte. Es hat zumindest die ganze Zeit ganz furchtbare Laute von sich gegeben.
Nun ja, ich weiss noch nicht wann ich wieder zum Bloggen komme, es kann sein dass wir morgen Abend mit den anderen Workshop-Teilnehmer nach Kairo fahren und ich dann keine Zeit zum Bloggen habe. Mal sehen und bis bald!
Eines der Klärbecken



6 Jahre (!) alter Eukalyptusbestand


Das Festzelt (vermutlich morgen ohne Bierausschank ;))

Die Kamelverladung

Beduinenkinder




2 Kommentare:

  1. Was ich noch nicht ganz verstanden habe: Wohnen diese Beduinen mit den Kamelen auch irgendwo auf dem Gelände oder wie genau kamen sie euch in den Weg zwischen Station und Wald...? Und sollten sie auf dem Gelände wohnen: warum warst du da noch nicht auf dem Kamel? ;)

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  2. Die wohnen quasi neben dem Gelände und wir sind einen Weg entlanggefahren der am Rande des Waldes verläuft.

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