Montag, 27. Oktober 2014

Grüner Passierschein A 38

Heute vormittag haben sich der Jens und ich den ganz besonderen Spaß gegönnt, unsere Visa verlängern zu lassen (also den Antrag dafür haben wir schon gestern eingereicht, muss man dazu sagen). Das Verfahren funktioniert folgendermaßen: Man geht zur sogenannten Mogamma, ein riesiges Gebäude mit 18.000 Angestellten das nach dem Prinzip 'Grüner Passierschein A 38' aufgebaut ist (siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Mogamma) und holt sich zunächst ein Formular. Wer weiß wo ist klar im Vorteil, glücklicherweise hatten wir schon alle Insiderinformationen von Sebastian bekommen. Außerdem braucht man noch Kopien vom Reisepass und ein Passfoto. Dann füllt man das Formular aus und versucht es zusammen mit den Kopien und dem Passfoto an einem speziellen Schalter abzugeben. Dann wird einem dort gesagt, wie viel Bearbeitungsgebühr man entrichten muss. Zur Entrichtung dieser Gebühr benutzt man aber kein Geld, das wäre nämlich viel zu einfach, sondern man geht zu einem weiteren Schalter am anderen Ende der Abteilung, wo man sich briefmarkenähnliche Papierlappen kaufen kann und mithilfe dieser kann man es dann nochmal beim ersten Schalter probieren, was bei uns auch geklappt hat. Unsere Marken hatten einen Wert von 12 Pfund, teuer war es also nicht. Der Antrag wird dann bis zum nächsten Tag bearbeitet. Diesen ganzen Spaß haben wir gestern schon erledigt. Man kriegt dann noch für den folgenden Tag einen Termin genannt, an dem man wieder kommen soll.
Also gingen wir heute um 9:00 Uhr erneut in das schöne Gebäude und wühlten uns durch die Massen zum entsprechenden Schalter. Dort mussten wir dann unseren Reisepass für '2 Stunden' abgeben und beim Wiederabholen wäre dann das Verfahren abgeschlossen. Gesagt, getan. Ich muss sagen, so ganz ohne Reisepass fühlt man sich schon ein bisschen nackt in Ägypten, aber es war ja nur für eine kurze Zeit. Wir nutzten diese für eine Kurzvisite im Ägyptischen Museum, über die ich jetzt keine weiteren Worte verlieren möchte, das Thema wurde ja schon beschrieben.
Um 11 Uhr waren die Pässe dann leider doch noch nicht fertig, wir wurden auf 13 Uhr vertröstet. Wir nahmen es locker, bisher hatte ja alles erstaunlich gut funktioniert und auch das mein Visum schon 2 Tage abgelaufen war hatte niemanden gestört, glücklicherweise.
Um 13 Uhr war dann schon eine erhebliche Menschenmenge am Schalter versammelt. Wir gesellten uns dazu und versuchten die über die Köpfe der Menschen gehaltenen Anträge auf unsere abzusuchen. Als durchschnittlicher Europäer ist man ja da ein bisschen größer als viele andere Menschen und hat hier einen klaren Vorteil ;). Mein Antrag tauchte auch ziemlich schnell auf, nur auf Jens Pass mussten wir dann noch fast eine Stunde warten.
Gesamturteil: Am Anfang etwas chaotisch und verwirrend, insgesamt aber fast ein schnelleres Verfahren als auf vielen deutschen Behörden. Hier zahlt sich die hohe (Wo)Manpower vielleicht aus.

Ansonsten möchte ich noch kurz erwähnen, dass heute und gestern der bereits erwähnte Workshop in Kairo war. Er bestand aus leider für uns Studenten zumeist nur mäßig interessanten Vorträgen, weil uns die meisten Themen schon bekannt waren. Den heutigen Vormittag verpassten wir durch die Visumsgeschichte völlig, am Nachmittag gab es noch eine kurze, eher wenig produktive weil auf Kleinkram rumreitende Abschlussdiskussion und ein paar Photos. Auf denen sind wir immerhin auch drauf ;) (Infos zum Workshop evtl hier).
Damit ist der Workshop für uns beendet und die nächste Etappe wäre dann die Versuchsfläche in Luxor. Aufgrund einiger Unklarheiten über die Logistik vor Ort und das Gesamtteam (also wer uns noch begleiten soll) fahren wir noch nicht sofort dort hin sondern verbringen noch ein zwei Tage entspannt in Kairo.

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