Sonntag, 26. Oktober 2014

Workshop

Zur Zeit nehmen wir ja an dem bereits erwähnten Workshop über das Forschungsprojekt, in das wir ja auch eingebunden sind, teil. Der Workshop soll zum Einen dazu dienen, über das Projekt zu informieren, das Image zu verbessern, Investoren zu begeistern etc. und zum Anderen den wissenschaftlichen Austausch über die gewonnenen Erkenntnisse fördern.
Der erste Tag dieses Workshops fand nach Plan unter anderem in Ismailia statt, wo wir dann auch direkt dazustießen, da wir ja schon vor Ort waren und nicht wie die anderen Teilnehmer mit Bussen aus Kairo anreisen mussten. Über die Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung habe ich ja bereits ein wenig berichtet.
Vorab muss gesagt werden, dass leider einiges nicht so lief wie es geplant war. Aber insgesamt war es doch ein - im wahrsten Sinne des Wortes - tolles Spektakel.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch einige unspektakuläre Reden von einigen wichtigen Leuten, die hauptsächlich aus a) Danksagungen, b) Beteuerungen wie toll es ist hier eingeladen worden zu sein oder c) Entschuldigungen des Vorgesetzten warum er nicht kommen konnte und stattdessen den Redner geschickt hat bestanden.
Richtig spannend wurde es dann, als Hany (der ja im Prinzip auch mein Boss ist) seine Präsentation gehalten hat, die sehr kritisch war und viele bisherige Probleme im Projekt und Ägypten allgemein angesprochen hat. Dieser Ansicht war sein Nachredner nicht, der dann sofort beteuerte, dass dies einen falschen Eindruck vermitteln würde und ja gar nicht so viele Fehler gemacht worden wären blablabla... auf jeden Fall hat er ordentlich zurückgerudert, war irgendwie typisch und zugleich witzig.
Nun ja, nach den Reden ging es für eine kurze Exkursion in den Wald in der Nähe des Partyzeltes, wo kurz die großen Potentiale der Wüstenaufforstung und die Probleme von schlechtem Management gezeigt wurden, was auch wirklich eindrucksvoll gelungen ist, wie ich finde. Im Anschluss hätte es Mittagessen geben sollen, leider waren aber nicht genug Portionen für alle Gäste vorhanden, was natürlich für erheblichen Unmut gesorgt hat. Außerdem verging natürlich viel Zeit, bis noch etwas zusätzliches Essen aufgetrieben werden konnte, was natürlich nicht gut für den Gesamtzeitplan war.
Weiter ging es dann mit den Bussen in Richtung der Versuchsfläche unserer Experimente, die noch kurz besichtigt werden sollten. Auf der Sandstraße dorthin blieb dann leider ein Bus im Sand stecken,  ein weiterer (von insgesamt dreien) blieb mit Getriebeschaden liegen. Also ging ein kleiner Teil der Leute zu Fuß weiter zu den Versuchsflächen. Dadurch dass wir in absehbarer Zeit eh nicht weiterfahren konnten hatten wir immerhin viel Zeit die Flächen ausgiebig zu besichtigen.
Interessant waren auch die Versuche, den feststeckenden Bus wieder frei zu bekommen.
Zunächst versuchte der Fahrer durch verschiedene Beschleunigungsintensitäten den Bus freizubekommen. Das führte natürlich dazu das der Bus noch tiefer einsackte. Als schließlich schon die Karosserie hinten auf dem Boden aufsaß, erkannte man, dass man so nicht weiterkommen würde. Also holte man einen Traktor um den Bus rauszuziehen, was leider von der Zugkraft nicht ausreichend war. Nächste Stufe der Problemlösung war ein Hilfegesuch an die nahegelegene Militärbasis, woraufhin auch prompt ein Jeep mit drei jungen Soldaten ankam und alles begutachtete. Kurz darauf fuhren sie wieder weg und holten eine Schaufel und ein paar Sandbleche für die Reifen (oder wie die Dinger auch heißen). Prinzipiell eine gute Idee und hätte vielleicht auch funktioniert, wenn nicht schon die Karosserie aufgesessen wäre. Also zogen die Soldaten nach einiger Zeit wieder ab. Als nächstes versuchte es man mit einem Radlader und siehe da: Erfolg! Der Bus konnte befreit werden. Die Sonne war schon längst untergegangen, der Tag neigte sich schon dem Ende zu und der Zeitplan schon lange war hoffnungslos gestorben. Der geplante Ausflug zum Sueskanal entfiel also und es ging direkt zurück nach Kairo, mit zwei Bussen, was aber platztechnisch auch kein Problem war da noch eine Menge weiterer Autos einige Teilnehmer mitnehmen konnte.
Für uns war es auf jeden Fall eine gute Möglichkeit ebenfalls kostenlos nach Kairo zu kommen, zum Einen weil ja dann Luxor unsere nächste Station sein würde und zum Anderen weil wir auch am weiteren Workshop, der in Kairo stattfinden würde, teilnehmen sollten.
Dazu demnächst vielleicht noch mehr.

Flaggen und Teppiche überall

Auch das Festzelt wurde noch mal ordentlich aufgemotzt
Wichtige Redner auf der Tagung ;)

Das ganze Komitee der Experten

Schließlich wurde es doch noch voll

Der Plantagenchef persönlich fährt den Trecker :) 


2 Kommentare:

  1. Schade, dass das Festzelt nicht regendicht ist, sonst könnte man da bestimmt was schönes fürs Kult damit bauen... sind das eigentlich auch Teppiche an der Decke oder haben die nur zufälligerweise so ein ähnliches Muster?

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  2. Das sind so zusammengenähte Stoffteile. Kann man bestimmt nachbauen, die Konstruktion ist sehr simpel :)

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