Samstag, 4. Oktober 2014

Zu kurz, zu groß

Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten (die Nachtzugreise ersetzt eben doch nicht eine normale Nacht) machten wir uns langsam daran, uns für den Tag startklar zu machen. Heute stand für uns noch das ägyptische Museum auf dem Plan, das laut Internet auch bis um 19 Uhr offen hat. Da wir genug Zeit hatten gingen wir mittags noch ins relativ berühmte Café Groppi, um dort etwas zu essen. Da sie fast nur Süßes verkaufen, gab es als einzige deftige Alternative ein Käsesandwich, was sich als längliche, süße Riesensemmel mit Käse herausstellte, die aber schmackhaft und vor allem sättigend war. Außerdem genossen wir Baklawa und eine andere Süßspeise, die wir leider nicht benennen können, sowie frischen Mangosaft und (leider gewürzten) türkischen Kaffee. Nach der kleinen Stärkung entgingen wir erfolgreich einem Ägypter, der uns versuchte einen anderen Weg zum Museum zu zeigen und uns mit einem Tee in sein Geschäft zu locken. Da wir diesmal aber den Weg vorher rausgesucht hatten, ließen wir uns nicht in die Irre führen und liefen zum Tahrirplatz, wo der Schwaig ein Busticket nach Dahab kaufen wollte. Unterwegs trafen wir (mal wieder) einen wirklich sehr netten Ägypter mit ausgezeichnetem Englisch, der uns zum Busschalter begleitete und uns auf arabisch half (wirklich unentgeltlich!) ein Busticket zu kaufen. Er erzählte uns unterwegs, dass er im Museum von Cairo bei den Tiermumien arbeitet und erklärte uns, dass er gerade Mittagspause habe, da das Museum mittags schließt. Das hatten wir im Internet nicht gelesen, waren aber umso dankbarer für die Information und gingen daher mit ihm gemeinsam in ein kleines Café in einer Gasse und luden ihn auf einen Tee ein. Wir hatten ein sehr interessantes Gespräch mit ihm und er erklärte uns einige interessante Dinge über die altägyptische Kultur, da er angab einen Doktortitel in Ägyptologie und Mumifizierung zu haben. Da er sich auch wirklich gut auskannte, z.B. über die europäischen Standorte der geklauten Kulturgüter glaubten wir ihm dies dann auch wirklich. Irgendwie kamen wir dann auch über Papyrus ins Gespräch und wir fragten ihn, wo man denn tatsächlich echte Papyri kaufen könnte, die kein Tourismusquatsch wären. Er kannte einen Laden um die Ecke, der ‚Government controlled’ wäre und wo es echtes Papyrus gäbe. Wir können leider nicht beurteilen, ob es echtes Papyrus war, aber wir kauften trotzdem mal zwei Blätter und wurden irgendwie noch zu einem kleinen Gemälde überredet. 
Das Ägyptische Museum von außen
Dann ging es weiter zum Museum, wo sich unser netter Herr verabschiedete, weil wir vorne durch den Besuchereingang reingehen müssten und er hinten. Wir könnten ihn ja im Museum besuchen. Das Museum ist ein riesiger Haufen altertümlicher Schätze, mit einer groben Ordnung und wenig erklärenden Worten. Es ist schon sehr beeindruckend, auch wenn es bei Weitem nicht sein volles Potential entfaltet. Sehr schade. Am Eingang musste man auch tatsächlich seine Photokamera abgegeben und es halfen auch keine guten Worte und Versprechungen. Schweren Herzens gaben wir also unsere gute Kamera dort ab und schlenderten dann mehr oder weniger gezielt durch das Museum. Wir waren grade dabei die Grabbeigaben vom Grab des Sennodjem aus dem Tal der Arbeiter zu studieren, als wir erfuhren, dass das Museum doch schon um 16:30 zumacht und wir jetzt raus müssten. Sehr schade, und leider hatten wir dann auch keine Zeit mehr in der Abteilung für die Tiermumien vorbeizuschauen. Mich würde ja schon sehr interessieren, ob der nette ältere Mann wirklich dort gearbeitet hat oder ob wir mal wieder zu vertrauensselig und einem ‚Shopanwerber’ in die Hände gefallen waren. Beim Ticketkauf war er sehr ehrlich und sein Wissen über das alte Ägypten klang auf den ersten Blick nicht erfunden, aber im Bezug auf das Museum und die Zeiten hat er auf jeden Fall ein wenig geschwindelt. Wir mochten ihn wirklich sehr.
Gut, der Zeitpunkt von Philines Abreise rückte leider näher, also zurück zum Hotel und Reisevorbereitungen getroffen. Dann waren wir noch mal ein hervorragendes Abendessen im Felfela genießen und schließlich ging es dann los zum Flughafen. Für 50 Pfund bekamen wir tatsächlich vom ersten Taxifahrer ein anständiges Angebot, da verhandelten wir gar nicht lange. Leider gibt es am Flughafen Cairo keinen wirklichen Check-In Bereich und nur die Fluggäste dürfen das erste Tor passieren. Das wussten wir zuerst nicht und ehe wir uns umsahen, war die Philine im Flughafen und durfte nicht mehr raus, während der Schwaig davorstand und nicht rein durfte. Also musste die Verabschiedung per SMS erfolgen, was natürlich auch nicht so das wahre ist.

Anschließend fuhr der Schwaig zurück in die Stadt und somit endet der erste Teil dieser Reise.

Zu den meisten Objekten gibt es leider keine geschriebenen Informationen

1 Kommentar:

  1. Man sollte auch noch erwähnen, dass es diese Mittagspause mit der Schließung des Museums überhaupt nicht gab. Und unser "Ägyptologiedoktor" hat uns auch noch Touristenquatsch mit einer offensichtlich falschen Übersetzung von Hyroglyphen geschenkt. Daher bin ich leider nach wie vor der Meinung, dass der Mann (obwohl er nett war und von ein paar Sachen Ahnung hatte) nicht in dem Museum arbeitet.

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