Montag, 13. Oktober 2014

Forschung ;)

Heute war unser erster Arbeitstag! Wir haben es noch etwas gemütlicher angehen lassen und sind erst gegen 8 aufgestanden. Nach dem Frühstück wurden wir von einigen der ägyptischen Arbeiter noch zu einem Tee mit zweitem Frühstück eingeladen, das konnten wir dann aus Gründen der Höflichkeit nicht ablehnen, allerdings hat es natürlich den eigentlichen Arbeitsbeginn noch etwas verzögert. Anschließend verschafften wir uns erstmal einen Überblick, wobei Sebastian (mit wenig Überraschung) leider feststellen musste, dass sein Auftrag von seinem letzten Aufenthalt, nämlich eine Versuchsfläche mit Bodenverbesserer (also eine Art Dünger mit noch ein paar Stoffen, die Wasser besser als der Wüstensand halten können) zu behandeln und eine andere Versuchsfläche teilweise neu zu bepflanzen, von den Arbeitern leider nicht durchgeführt wurde. Also hatten diese zwei Aufgaben, da eh schon verzögert, Priorität und wir machten uns direkt daran. Wir fuhren also mit zwei Arbeitern zur Versuchsfläche Ia. Zur Ausbringung des Bodenverbesserers mussten wir zunächst bei allen Pflanzen ein wenig Erde abgraben, was bei den bestehenden Pflanzen recht umständlich war (normalerweise kommt der Bodenverbesserer vor dem Pflanzen in die Pflanzlöcher), anschließend die richtige Menge Bodenverbesserer einbringen und dann das ganze wieder zuschütten. Bei insgesamt 800 Pflanzen ist man da schon eine Weile beschäftigt, die ägyptische Sonne macht es einen auch nicht einfacher. Sebastian, Jens und ich buddelten also die Löcher, während die ägyptischen Arbeiter schon mal den Bodenverbesserer zermörserten und dann ausbrachten.
Im Anschluss an diese Arbeit gingen Sebastian und ich weiter die Pflanzlöcher auf der Versuchsfläche 3b vorbereiten. Dort war eine Pflanzenart, nämlich Acacia saligna, noch gar nicht gepflanzt worden, was dringend nachgeholt werden musste. Die Arbeit für uns bestand jetzt also darin, einfach mal die Pflanzlöcher zu hacken und, wo es vorgesehen war, auch Bodenverbesserer einzubringen. Das Hacken der Pflanzlöcher gestaltete sich teilweise als schwierig, da diese Fläche schon einmal für ein Experiment benutzt worden war und teilweise abgestorbenes, aber dennoch dichtes Wurzelwerk im Boden vorhanden war. Für das Hacken der Löcher waren eigentlich noch zwei weitere ägyptische Arbeiter vorgesehen, die aber dann leider doch nicht gekommen sind, weshalb wir auch diese Tätigkeit übernahmen. Stellenweise ein echter Knochenjob.
Beim Anlegen der Pflanzlöcher musste wir teilweise leider einige Schäden im Bewässerungssystem feststellen, die vermutlich schon länger nicht repariert wurden. An manchen Stellen sprudelte das Wasser nur so aus der Leitung heraus, was dann natürlich an anderen Stellen fehlte. Insgesamt wirkt hier so einiges so, als würde es nicht wirklich nach Plan laufen leider. Reparaturen werden nicht so schnell wie es möglich wäre durchgeführt und von den Leuten vor Ort fühlt sich auch niemand so recht verantwortlich. Schade, hier geht glaube ich viel Potenzial verloren. Bin mal gespannt, was dass für meine Masterarbeit dann bedeuten wird. ;)
Nach den Vorbereitungsarbeiten machten wir erstmal eine Pause und fuhren mit den Arbeitern zurück zum Hauptgebäude (in dem wir ja auch Quartier aufgeschlagen hatten). Dann beschlossen wir, dass es eine gute Gelegenheit wäre ein paar Vorräte einzukaufen und uns im Ort ein Mittagessen zu genehmigen und fuhren mit dem Arbeiterpickup mit Richtung Serabium (der nächste kleine Ort, wo die meisten Arbeiter wohnen und der ein paar Geschäfte hat). Die meisten Arbeiter sind nur halbtags beschäftigt, also so etwa von 10/11 Uhr bis 2 Uhr ;) Der Pickup, mit dem sie immer anreisen war also inlusive uns drei mit etwa 14 Personen (!) beladen und los ging die Fahrt. Nachdem so einer nach dem anderen an seinem Wohnort abgesetzt wurde kamen wir schließlich im Zentrum von Serabium an und machten unsere Einkäufe (viel Wasser!). Zu Essen holten wir uns eine Portion Koshari (Nudeln mit Bohnen, Zwiebeln und einer Art Tomatensauce, simpel aber gut). Dann ging es wieder zurück zur ‚Plantage’ und wir beschlossen noch kurz mit der Datenaufnahme von Plot 1b zu beginnen, wo wir aber aufgrund von Startschwierigkeiten nicht allzu weit kamen, bis es schon wieder dunkel wurde. Im Anschluss machten wir uns noch ein wenig über den nächsten Tag Gedanken, genossen die Ruhe und Dunkelheit beim allabendlichen Stromausfall (scheint hier jeden Tag so kurz vor 7 Uhr aufzutreten) und aßen Brot mit Streichkäse zu Abend.

Hier haben wir Quartier bezogen, es gibt genug Couchen für alle :)

Ein etwas älteres Modell der Versuchsflächen

Die Baumschule

7 (!) Jahre alte Eukalyptuspflanzung

Das 'Laboratorium' mit einigen wirklich guten Geräten

Versuchsfläche 1a

Ganz junge Pflanzen, ebenfalls 1a

Etwas ältere Flächen, nicht Teil unseres speziellen Projekts

Abendstimmung über Fläche 1b

2 Kommentare:

  1. Na schön, das klingt ja reichlich verplant! Hoffentlich kommt ihr da beim ganzen Nachbessern des Nicht-Getanen überhaupt noch wirklich zum eigentlich Vermessen und es springt dann noch eine ordentliche Datenmenge dabei raus.
    Wie muss man sich das dann eigentlich vorstellen, wenn du sagst, da wurde etwas wegen Schäden nicht bewässert: ist dann da eine ganze Versuchsfläche ausgefallen, oder nur ein kleiner Bereich oder wie darf man sich das da vorstellen? Ich (als Pflanze, wie auch als Mensch) würde ja nur ungern in Ägypten ohne Wasser darstehen ;)
    Hast du eigentlich inzwischen schon rausgefunden, inwiefern das (vor-)geklärte Wasser noch verwertbare Stoffe enthält? Das dürfte ja im Zweifelsfall auch noch einen recht angenehmen Geruch aufweisen...

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  2. Joa, wir kommen schon auch zum Vermessen, wir haben ja insgesamt doch ordentlich Zeit.
    Das muss man sich halt so vorstellen: Es gibt so Hauptwasserleitungen und von denen zweigen dann verschiedene kleinere Wasserleitungen für die Versuchsflächen ab. Wenn jetzt eine Hauptwasserleitung beschädigt ist kann natürlich eine ganze Fläche betroffen sein, das ist aber eher seltener der Fall denke ich. Wenn jetzt die kleinere Leitung zB bei Pflanze 4 einer Reihe (mit 10 Pflanzen) leckt, kriegen halt Pflanzen 5-10 kein bzw. weniger Wasser. Was auch passiert ist das einzelne von den Austrittsdüsen verstopfen, dann kriegt eine Pflanze kein Wasser mehr und alle anderen einer Reihe vermutlich dementsprechend zu viel... schwer zu sagen, dass alles.
    Wasser enthält noch sehr viele Nährstoffe, aber es ist nicht so dass es unangenehm stinken würde (außer in der Nähe der Kläranlage halt, aber da sind wir ja nicht am arbeiten).

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