Vorweg: Da ich so klug bin, habe ich natürlich nicht den Akku von meiner Kamera gecheckt, als ich mein Zeug für die Wanderung eingepackt habe. Ich dachte mir: Hast ja bisher kaum was fotografiert hier, wird schon passen. Resultat war: Der Akku war natürlich so gut wie leer und ich habe jetzt im Moment keine brauchbaren Bilder von der Wanderung (es hätte sehr viele gute Gelegenheiten gegeben :( ). Aber vielleicht kriege ich noch ein paar Bilder von anderen Mitwanderern zugeschickt.
Also aufgrund diverser Dinge (Kosten, Sicherheit etc.) ist es am einfachsten, wenn man die Bergwanderung bei einer der zahlreichen Reiseagenturen die es hier vor Ort gibt, bucht. Das kostet dann so um die 10 Euro und beinhaltet: Hin- und Rückreise zum/vom Katharinenkloster (am Fuße des Berges), den Bergführer (eigentlich nicht nötig, aber vorgeschrieben) und eine kurze Besichtigung des Katharinenklosters.
Wir fuhren also etwa um 23 Uhr Abends mit ein paar anderen Interessierten von Dahab los, die Reise verlief so, wie typische ägyptische Überlandreisen verlaufen, ein paar kurze Stops an Checkpoints, sonst nichts besonderes. Angekommen gab es dann eine kurze Belehrung, was einem alles so erwartet (Leute, die einem Kamelritte auf den Berg anbieten, Leute die einem Getränke verkaufen wollen, Leute die einem im steilen Teil weiter oben die Hand halten wollen (gegen Bakshish, versteht sich), Leute die einem ganz oben Decken und Matratzen verleihen) und dann ging es auch schon los. Glücklicherweise war Vollmond und man konnte auch ohne Gebrauch von Taschenlampen den Weg gut finden und die nächtliche Gebirgslandschaft genießen. Der Aufstieg war lang und wenig beschwerlich (etwa 700 Höhenmeter insgesamt) und alle Bergsteiger unter euch werden mich sowieso auslachen, wenn ich sage dass wir dafür ca. 3 Stunden und gefühlte 10 Pausen brauchten.
Allerdings ist es halt so, dass die Bergführer ein Abkommen mit den Besitzern der kleinen Cafés/Kioske haben, die es dort überall gibt. Dementsprechend wird an jedem dieser Cafés kurz angehalten, in der Hoffnung dass die Wanderer sich vielleicht einen Tee bestellen oder sonstwas. Und es gibt echt viele solcher Cafés.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass es auch sehr viele Touristen gab. Unglaublich, wie viele Leute da diesen Berg hochwollten. Und es ist ja auch echt so gestaltet, dass eigentlich jeder nach oben kommen kann (Viel Zeit für den Aufstieg geplant, man kann sich 3/4 des Weges von einem Kamel tragen lassen etc.).
Mit Massen anderer Besucher geht es also den Berg hoch, der Pfad ist anfangs sehr einfach, dabei muss man diverse Angebote für 'Kamel-Taxis' ausschlagen. Schließlich erreicht man dann einen Punkt, wo es die restlichen Meter über etwa 750 Steinstufen (nicht wirklich eine Treppe, aber auch nicht natürlichen Ursprungs) bis zum Gipfel empor geht. Vor der 'Treppe' ist dann auch der Endpunkt für die Kamelreisenden und hier warten dann einige Leute, die sich als unterstützende Begleiter den Rest des Berges hoch anbieten. Fast oben angekommen gibt es dann nochmal ein Café mit Deckenverleih (ganz oben ist es natürlich des Nachts schon ein bisschen kalt). Wir gingen aber ganz hoch und suchten uns einen netten Platz mit Blick auf Osten, wo wir es uns gemütlich machten (wir sind in diesem Fall meine Mitbergsteiger Sebastian samt Hund Pepé, Mohammed und eine Briten namens Cath(rin), die wir unterwegs getroffen hatten). Es war noch einige Zeit bis Sonnenaufgang, die aber auch recht schnell verging. Als es allmählich heller wurde, konnten wir etwas relativ ungewöhnliches hierzulande erkennen, das wir auch nicht unbedingt gebraucht hätten: Wolken
Da hing doch tatsächlich eine massive Wolkenfront im Osten und verdeckte uns den Sonnenaufgang. Sehr ärgerlich. Aber es war auch dennoch ein sehr beeindruckendes Spektakel, das sich uns in der Folgezeit bot. Solltet ihr noch nie den Sonnenaufgang auf einem hohen Berg genossen haben: Denkt mal drüber nach! Ich empfehle es dringend.
Anschließend besichtigten wir noch ein wenig den Gipfel: Es gibt da eine kleine Kapelle, die aber abgesperrt war und eine winzige Moschee, außerdem einen herrlichen Blick in alle Richtungen.
Dann machten wir uns allmählich wieder an den Abstieg, damit wir der prallen Sonne ein bisschen entgehen konnten. Der Abstieg war nicht weiter schwierig, aber jetzt da alles hell war konnte man die beeindruckende Landschaft des Gebirges auf dem Sinai genießen. Echt super.
Am Bergfuß angekommen, konnten wir noch kurz das Katharinenkloster besichtigen, das älteste aktive christliche Kloster weltweit. Es beinhaltet den Mosesbrunnen (der Brunnen, den Moses den Israeliten mit seinem Stab aus den Fels geschlagen haben soll) und den brennenden Dornbusch (jaja, komischer Zufall dass das alles am selben Ort ist ;) ). Leider war ich schon sehr müde und wir hatten auch keine wirkliche Führung hier, deswegen habe ich von dem Ort insgesamt nicht so viel mitgenommen.
Schließlich ging es dann mit dem Bus zurück nach Dahab und für mich dann erstmal bis Abends schlafen.
UPDATE:
Cath hat mir netterweise noch ein paar Photos geschickt, hier ein paar:
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| Pepé hat sich auch tapfer hochgekämpft |
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| Endlich ist die Sonne zu sehen |
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| Mohammed und Cath |
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| Auf dem Berg Sinai ;) |
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| Hier sieht man ansatzweise wie viele Leute unterwegs waren... |
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| Selfie-Stäbe sind bei den jungen Ägyptern sehr beliebt. |








Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass du - trotz der Begeisterung zu wandern - nicht doch bei den Kamelen schwach geworden bist... du hast doch bestimmt mal komische chh-Laute gemacht, um dann heimlich aufzusteigen ;)
AntwortenLöschenOch, die meisten lagen eh schon am Boden rum.
LöschenAber meine Bergsteigerehre (eh schon recht angekratzt durch die ganzen Stopps) hat schon mit meiner Kamelbegeisterung gekämpft ;)
Habe vor in der ersten Woche im Dez den Berg Sinai zu besuchen, da ich eine Woche Urlaub in Sharm el Sheikh mache.Würde gern mal wissen wie die Lage mom dort ist, ob diese Touren angeboten werden (Sicherheitslage) und ob man in Sharm el Sheikh ein Visum benötigt.
AntwortenLöschenHallo,
AntwortenLöschenAlso die Sicherheitslage ist an der Ostküste des Sinai relativ entspannt, was ich hier so mitkriege. Von Dahab werden solche Touren angeboten, also ziemlich sicher auch von Sharm aus. Für Ägypten im Allgemeinen braucht man ein Visum, das man aber bei der Einreise am Flughafen direkt kaufen kann. Für den Ost-Sinai gibt es möglicherweise auch ein extra Visum das nichts kostet, da bin ich mir nicht ganz sicher. Auf jeden Fall sollte man es am Flughafen bekommen. Im Dezember dürfte es oben auf dem Berg schon ziemlich kalt sein, also warme Sachen mitnehmen! Ich habe jetzt im Oktober mit zwei T-Shirts und Fleecejacke schon ein wenig gefroren dort.
tolle bilder :-) freue mich im dez darauf :-) berg sinai, kloster, colour canyon u das rote meer :-)
Löschenmit dem visum ist so ne sache, jeder sagt da was anderes, behörden und veranstalter wollen immer verkaufen klar, denke mal, um sicher zu sein, werde ich auch die ca 30€ bezahlen.
hoffe auch, das diese tourenveranstalter im hotel vertreten sind und man keine bedenken haben muss :-) habe hier schon diese seite mir vorgemerkt
http://sharm-el-sheikh-reisen.com/subsort.show.php?id_sub=41
Sebastian meinte für den Sinai braucht man bei einen Aufenthalt von 14 Tagen oder weniger kein Visum, er kennt sich ganz gut aus hier.
LöschenVielen Dank (v.a. an Cath) für's Nachreichen der wundervollen Photos! Schade, dass man vom Katharinenkloster nichts sieht - aber man kann ja nicht alles haben.
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