Pünktlich um 6 Uhr wurden wir von Duagdy aus der Wüste
abgeholt und im Anschluss fuhren wir gemeinsam mit seiner Familie und ihm in
einem Minibus nach Kairo. Die Fahrt dauerte in etwa so lang wie im großen Bus
und wurde hauptsächlich mit „Ich-seh-dich-nicht-Spielchen“ mit Duagdys Kinders
ausgefüllt. In Kairo angekommen wurden wir dann in Duagdys (Kairo-)Wohnung
eingeladen, was wir – nachdem er uns schon zuvor einige Male eingeladen hatte
(die Regel ist hier ungefähr: wenn man eine Einladung drei mal abgeschlagen hat
und sie das vierte Mal kommt ist sie wirklich ernst gemeint und es wäre für den
Gastgeber beschämend wenn man ablehnt), konnten (und wollten sowieso nicht) wir
nicht ablehnen und kamen mit. Nach etwas Tee und den üblichen Höflichkeiten
brachen Duagdy und seine Familie wieder auf, weil der kleine Said zum Arzt
musste, glücklicherweise war es aber nichts schlimmes, er isst wohl nur zu
viele Süßigkeiten (es ist durchaus üblich dass jeder hier Kindern – auch
fremden – Süßigkeiten schenkt, dementsprechend ist das natürlich schwierig).
Wir nutzten die Zeit um uns etwas auszuruhen. Im Anschluss, als wieder alle da
waren, gab es dann ein etwas einfacheres, aber leckeres Abendessen mit
Fladenbrot, Frischkäse, Ei und Chips (Auch so etwas unerwartetes hier:
Kartoffelchips als Abendessen sind keine Seltenheit) und als Nachspeise
Joghurt. Währenddessen machten wir unsere weiteren Pläne (es war etwas
schwierig, Duagdy davon zu überzeugen, dass wir erstmal nur nach Luxor wollten
und keine Tour oder ähnliches haben wollten, er hätte uns gerne
weitervermittelt) und beschlossen, dass wir am Busbahnhof versuchen wollten,
noch einen Nachtbus nach Luxor zu erwischen. Also verabschiedeten wir uns von
Duagdys netter Familie, die uns sehr ans Herzen gewachsen war mit
provisorischen Gastgeschenken, die wir aus unseren nicht unentbehrlichen
Habseligkeiten zusammengekratzt hatten (Ein europäisches Reisebesteck für
Duagdy, Ohrringe für seine Frau, bayerische Spielkarten für Said und eine
Kuscheltierratte für die kleine Ruagda) und los gings. Duagdy begleitete uns
zum Busbahnhof, was auch ganz gut war, den die Fahrt dorthin war ein Abenteuer
für sich. Zunächst nahmen wir ein TukTuk, eine Art zum Taxi umgebautes Motorrad
mit insgesamt drei Rädern (diese Dinger gibt es echt überall, Südamerika,
Asien, Afrika, total faszinierend). Das TukTuk brachte uns bis zur Hauptstraße,
weil die Straßenverhältnisse bis dort hin ein Fortkommen per Taxi kaum möglich
machten. Das Viertel, durch das wir fuhren, erinnerte stellenweise durchaus an
ein Slum, obwohl es vermutlich nicht zu den ärmsten Gegenden von Kairo gehörte.
An der Haupstraße gingen wir dann ein paar Meter zu Fuß zu einer Art
Taxisammelpunkt. Auf dem Weg dorthin waren wir die Attraktion schlechthin, in
diese Gegend von Kairo verirren sich wohl eher selten Europäische Touristen.
Vom Taxibahnhof wurde es dann eher wieder verhältnismäßig unspektakulär, eine
normale Taxifahrt durch Kairo eben, mit allem was dazugehört: Hupen,
scherzhaftes Antäuschen von Zusammenstößen, mehr Hupen, Gegenspur benutzen und
laut hupend darauf aufmerksam machen usw...
Am Busbahnhof konnten wir mit viel Glück und Duagdys Hilfe
noch Tickets nach Luxor bekommen, wir mussten noch nicht mal lange warten und
dann ging es auch schon los. Wir verabschiedeten uns von unserem guten Freund
Duagdy (den ich an dieser Stelle jedem, der gerne mal in Ägypten eine
Wüstentour machen möchte als Kontaktmann empfehlen möchte. Ich möchte hier
jetzt eigentlich keine Werbung für irgendwelche Reiseanbieter oder so machen, aber
er war echt ein Mann von überragender Freundlichkeit, weshalb ich es hier doch
tue).
Die Fahrt nach Luxor war lang und ereignisarm, mit Ausnahme
der vielen Militär-Kontrollposten die der Bus (ungehindert) passieren musste.
Früh morgens in Luxor angekommen schlugen wir uns dann erstmal zur Fähre, dann
über den Nil aufs Westufer (wo das alte Theben einst stand) und anschließend
zum uns empfohlenen Hotel Marsam durch. Das Hotel ist traumhaft schön und
seinen Preis allemal wert, es gibt einen herrlichen Garten und auch die Zimmer
sind sehr ausgezeichnet. Außerdem hat es eine traumhafte Lage: Man kann fast alle Sehenswürdigkeiten von Luxors Westufer (was wirklich viele sind) zu Fuß besichtigen. Wir legten uns recht bald hin und holten ein wenig bei
der Busfahrt verpassten Schlaf nach.
 |
| Unser Gepäck auf dem Dach des Minibuses |
 |
| Duagdys Wohnung in Kairo: Eines der Schlafzimmer |
 |
| Wohnzimmer |
 |
| Duagdy und seine Familie |
 |
| Unsere neue feudale Unterkunft in Luxor |
Wir liiiieben Euren blog und warten immer schon gespannt auf die Fortsetzung.
AntwortenLöschenVielleicht solltet Ihr Reiseführer veröffentlichen, bei uns auf jeden Fall weckt Ihr
die Reiselust und eine (bis dahin verborgene) Sehnsucht nach Ägypten. U & Z