Endlich kommt mit etwas Verspätung nun Samstag und Sonntag.
Leider hatten wir gestern Abend nicht mehr die Möglichkeit ins Internet zu
gehen.
Um 7:30 Uhr sollten wir ja vor dem Hotel abgeholt werden, um
unsere 2-Tägige Jeep-Wüstentour mit Übernachtung in der Wüste, am Lagerfeuer
gekochten Beduinenessen und Bademöglichkeit in heißen Naturquellen (weil es
hier ja so kalt ist ;) ) anzutreten. Der Plan war, dass wir mit dem Bus nach
El-Baharîya (Baharija), einem Oasengebiet in der westlichen ägyptischen Wüste.
Die Oase gehört zu den vier großen Oasen des sogenannten ‚Neuen Tals’. Gleich
am Morgen, als wir von Alis „Onkel“ angeholt wurden, hieß es gleich, dass eine
Übernachtung in der Wüste nicht möglich ist, da das Militär das jetzt
„neuerdings“ verbietet. Die Freude war groß und der Unmut über diesen Ali und
seine Versprechungen stieg stetig. Nach einer etwa 5-stündigen Busfahrt, die
fast ausschließlich durch die Wüste oder winzige Ortschaften mit kleinen Oasen
oder einzelnen Häusern, die den Grundwasserspiegel angezapft haben ging (Ein
alter Imam versuchte während dem größten Teil der Fahrt den Schwaig zum Islam
zu bekehren, dabei kamen gute Worte in mäßigem Englisch, Bonbons, eine
Autozeitschrift und beinahe die Mütze des Imams zum Einsatz), waren wir
schließlich in Baharija, wo wir von unserem Guide Duagdy mit seinem Jeep für
unsere Zweitagestour abgeholt wurden. Da erfuhren wir dann, dass Ali mit ihm
nur eine Tour für einen Tag ausgemacht hat... und die Übernachtung in der Wüste
sei auch nicht möglich... Duagdy aber war selbst sehr freundlich und sehr
wütend auf Ali – vor allem, als er dessen Gewinnspanne für diese Sache erfuhr.
Wir beschlossen aber, unseren Ärger gemeinsam zur Seite zu legen und den Tag zu
genießen – genau die richtige Entscheidung!
 |
| Black Desert |
Zuallererst lud uns Duagdy zum Essen ein und danach ging es
raus in den Nationalpark der Wüste, beginnend mit der so genannten „schwarzen
Wüste“. Vor vielen Jahrtausenden ist hier ein Vulkan ausgebrochen (der aber
schon seit langer Zeit ruht), der eine riesige Fläche der Wüste (wie groß genau
wusste er nicht) mit schwarzen Steinen, Felsen und Staub bedeckt hat. Wenn man die
oberen Schichten zur Seite schiebt, kommt darunter zwar auch wieder normaler
Wüstensand zum Vorschein, dieser ist aber auch mit schwarzem Staub gemischt.
Den richtigen Kontrast zur schwarzen Wüste bildete dann die „weiße Wüste“,
welche wir im Anschluss besucht haben. Hier befindet sich im Wüstensand ein
Meer von weißen, sehr kalkreichen Steinen, die auch teilweise größere Flächen
massiv ausfüllen. Das klingt jetzt alles nicht so beeindruckend – weil man es
auch einfach schlichtweg nicht in Worte fassen kann und auch die Bilder nicht
den Zauber dieser endlosen Wunderstätte von sich geben können. Wer mal nach
Ägypten fährt und aus dem Staunen nicht mehr herauskommen möchte, der sollte
unbedingt sich diese Wüstenphänomene ansehen.
 |
| Wüstenpilze |
Welche Wüste jedoch alle anderen in den Schatten stellt (was
bei Wüsten schon besonders schwierig ist ;)),
ist schließlich die dritte besondere Art von Wüste, die wir kennenlernen
durften. Die „Mushroom-Waste“. Über eine riesige Fläche (allein bei uns eine
Viertelstunde Autofahrt zu jeder Seite) verteilt, stehen tausende von
„Wüstenpilzen“, die eine besondere Form der Gesteinsausbildung aus den Zeiten
darstellt, als das Meer noch dort war, wo jetzt Wüste ist. Der hohe Salzgehalt
und auch hier wieder kalkhaltige Gesteine wurden immer wieder umspült und so
haben sich oft meterhohe Skulpturen ausgebildet, in denen man eben Pilze, oder
auch mal Kamele, Hähne, Hasen oder sonstige Phantasietiere erkennen kann. Auch
hier gilt wieder: nicht im Blog lesen und im Internet ansehen, sondern hinfahren
und staunen – sonst kann man diese Schönheit gar nicht wirklich umschreiben.
Da wir viel Zeit mit Staunen verbracht hatten, konnten wir
sogar den Sonnenuntergang in der Wüste erleben, der wiederum sehr schnell
verlief (auch, weil die Sonne bald im Staub verschwindet), aber dennoch ein
prächtiges Farbenspiel hinterließ. Bereits in der Dämmerung hielten wir noch am
„Crystal Mountain“ an, einer Steinformation, die sich als Torbogen
herausgebildet hat.
Für den Oasenbesuch in Farafra war natürlich dank der
Planung nur für einen Tag keine Zeit mehr, jedoch hatten wir bis dahin einen so
wundervollen eindrucksstarken Tag mit Duagdy verbracht, dass wir trotzdem
glücklich und zufrieden waren. Wir versuchten Duagdy jedoch noch intensiv dazu
zu überreden, dass man vielleicht doch noch in der Wüste übernachten könnte
(oder zumindest sonst irgendwo draußen). Er klärte uns dann darüber auf, dass
wohl vor ein paar Tagen sich lybische Schmuggler als Touristen ausgegeben
hätten und seitdem das Militär ein wenig strengere Kontrollen darüber
durchführt, wer sich wann in der Wüste aufhält – er versprach uns aber, noch
mal beim Militär nachzufragen, ob wir nicht vielleicht doch übernachten
könnten. Er lud uns zum Abendessen zu sich nach Hause ein, wo wir seine Familie
kennenlernen durften. Uns wurde angeboten, draußen auf einem Teppich mit einem
kleinen niedrigen Tisch zu essen, was wir natürlich gerne annahmen. Uns wurde
ein typisch ägyptisch-beduinisches Abendbrot mit Fladenbrot,
Kartoffel-Tomaten-Gekochtem, Suppe, Foul und Fleisch serviert zusammen mit
frisch gepresstem Mangosaft (kein Vergleich zu gekauftem deutschen!) und danach
natürlich Tee. Nach dem Abendessen konnten wir noch ein wenig die Atmosphäre
genießen, bevor wir erfuhren, dass wir wohl doch in der Wüste übernachten
könnten!
 |
In Baharija (aber auch in Kairo und sonst in Ägypten) sind Fuhrwerke noch immer gebräuchlich |
 |
| Philine in der schwarzen Wüste |
 |
| Suchspiel |
 |
| Der Beduine von heute fährt Jeep (und hat meistens Touristen dabei) |
 |
| Manche Landstriche werden bewässert |
 |
| Duagdy in seinem Jeep |
 |
| Fußspuren im Sand ;) |
 |
| Mushroom-Chicken |
 |
| Wieder eins für den Dani |
 |
| Philine im Rabbit-Hole |
 |
Hasenbraten auf den Tisch oder Kaninchen aus dem Hut, wie ihr wollt ... :) |
 |
| Eine Nacht in der Wüste |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen