Mittwoch, 12. November 2014

Abu Simbel und mehr

Der große Tempel des Ramses II.
Pünktlich um 3 Uhr standen wir in der Lobby vom Hotel auf der Matte und los ging die Tour Richtung Abu Simbel, zur Abwechslung mal wieder mit einem Microbus. Zuerst sammelten wir noch einige andere Touristen in Assuan ein und dann ging es zum Treffpunkt für den Konvoi. Touristen dürfen von Assuan nach Abu Simbel nämlich nur in einem Konvoi fahren, der von Sicherheitskräften begleitet wird. Es sammelten sich also so um die 20 Fahrzeuge, hauptsächlich Microbusse, am Treffpunkt und nach ca. 15 Minuten ging es dann weiter. Witzigerweise trafen wir am Konvoipunkt den alten John wieder, unseren amerikanischen Bekannten aus dem Marsam der uns eigentlich nach Assuan mitnehmen wollte. Er erzählte uns, dass sein Fahrer es irgendwie eilig gehabt hätte, nicht lange auf uns gewartet habe (uns anscheinend an einem anderen Ort als vereinbart) und er dann außerdem relativ zügig und ohne einen Stop in Edfu über den Wüstenhighway nach Assuan gefahren wäre. Hatten wir also mal wieder Glück gehabt ohne es zu wissen.
Die Fahrt nach Abu Simbel geht hauptsächlich über eine Wüstenstraße und dauert etwa 2,5 Stunden. Mit Ausnahme des Sonnenaufgangs war sie unspektakulär, aber wir schliefen sowieso die meiste Zeit. In Abu Simbel angekommen, gingen wir zügig und ohne viel Umsehen direkt zum Ticketoffice, weil wir darauf hofften, dass die anderen Touris, was aufgrund des Konvois wirklich viele waren, ein bisschen langsamer waren. Unser Plan ging voll auf und wir konnten als erste die Tempelanlage betreten, und fast eine Viertelstunde den großes Tempel des Ramses alleine genießen. Wir ließen ihn erstmal von außen und innen kurz wirken und gingen dann, sobald die anderen Besucher eintrudelten, direkt zum kleinen Tempel, welcher der Göttin Hathor und Ramses vergöttlichten Lieblingsfrau Nefertari (nicht zu verwechseln mit Nofretete) geweiht war. Auch hier konnten wir wieder eine kurze Zeit alleine den Tempel wirken lassen. Als das schließlich vorbei war, gingen wir darin über uns die Details der beiden Tempel genauer anzusehen.
Abu Simbel ist zum Einen deshalb berühmt, weil es einfach unglaublich toll ist, zum Anderen deshalb, weil es aufgrund des Baus des Assuan High Dam und der damit verbundenen Aufstauung des sogenannten Nasser-Sees von der Überflutung bedroht war und in einem unglaublichen internationalen Projekt von seinem ursprünglichen Ort komplett an einen höher gelegenen Ort versetzt wurde. Und das ist wirklich hervorragend gelungen, muss man sagen. Seht einfach die Bilder.
Assuan High Dam
Nachmittags besuchten wir noch kurz den besagten Assuan High Dam, der ebenfalls ein ganz erstaunliches, wenn auch umstrittenes Bauprojekt ist. Er wurde ursprünglich von deutschen Ingenieuren geplant und schließlich aufgrund politischer Differenzen von der Sowjetunion nach modifizierten Plänen gebaut. Der Damm verhindert die jährliche Nilflut in Ägypten und somit können die Bauern ihr Land das ganze Jahr kontinuierlich mit Wasser versorgen. Nachteil der Sache sind zum einen ökologischer Natur, aber außerdem wird dadurch auch verhindert, dass die jährliche Nilflut den fruchtbaren Nilschlamm auf die Felder spült, welcher dieselben vor Versalzung schützt und mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Alles hat eben seine Vor- und Nachteile.

Nach dem Besuch beim Assuan High Dam waren wir schon wieder dermaßen müde, dass wir den Tag absegneten, zumal wir ja morgen schon wieder um 5 Uhr morgens am Bahnhof stehen müssen.

Der Konvoi sammelt sich

Lake Nasser

Hier in etwa wären die Tempel in den Fluten versunken


Die Front ist wirklich riesig.


Alte Graffiti, es gibt sogar welche aus der Antike

Im Tempel sind Photos mal wieder verboten.

Ein klassisches Touriphoto :)

Der etwas kleinere Hathortempel

Der ältere, kleinere Assuan Staudamm

Assuan High Dam Richtung Norden ...

... und Richtung Süden (Stauseite)


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